Die Litauer und ihre Vergangenheit…

…ist Inhalt eines sehr ausführlichen Artikels in telepolis (»Litauen und die jüdischen Partisanen«).

Auch für Zeitgenossen, die kein allzu grosses Interesse an diesem kleinen Land haben, das wir nun sehr gut kennen, kann die Lektüre Einblicke in unsere eigene deutsche Geschichte und vor allem in die wieder aufkommenden Konflikte in Osteuropa (samt Georgien) vermitteln.

Dass viele Litauer ein überraschend ungeklärtes bzw. revisionistisch-nationalistisches Verhältnis zu einem überragenden Anteil ihrer Bevölkerung, eben den Juden, haben, konnten wir schon hin und wieder erfahren. Dass dies aber nicht nur einzelnen Personen anhängt, ist mir neu und hat mich erschreckt.

Ohne jetzt hier tiefer einsteigen zu wollen…

…will ich doch festhalten, dass Europa es offenbar an keiner Stelle bisher geschafft hat, sein Verhältnis zum Judentum zu klären; wobei mir noch nie klar war, was es da zu klären gäbe. Ausser den Scheusslichkeiten, die Europäer ihnen in den letzten 2000 Jahren angetan haben, offenbar immer mit dem Hintergrund, bezüglich des Jesus von Nazareth etwas falsch gemacht und nichts verstanden zu haben.

Und dass religiöse Gefühle erst eingeimpft und dann u.a. politisch missbraucht werden, das ist nichts Neues, aber immer wieder erfolgreich. Denn was da abgeht, richtet sich ja nicht gegen den israelischen Staat (gegen den man ja in der Tat allerhand haben kann), sondern gegen »jüdische Verbrecher und Terroristen«…

Man darf gespannt und sollte wachsam sein. Eine gesamteuropäische Poliktik zu finden und zu vertreten wird immer schwieriger. Was soll’s – die USDA wird’s freuen…

Links:

  • Lesenswert: Nachtmarsch :: Zitat: »“Wir töten sechs Millionen Deutsche!“ — Was heute wie die Wahnvorstellung Irrer klingt, ist kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die erklärte und verständliche Absicht eines Häufleins das NS-Regime überlebender Juden, die sich die „Rächer“ nennen. Ihr Anführer ist Abba Kovner, Anfang der 40er-Jahre die Lichtgestalt der Wilnaer Partisanen, die vergebens versuchen, die überwiegend sich in ihr Schicksal fügenden Ghettobewohner jener litauischen Stadt gegen den Naziterror zu mobilisieren. Es bleibt nur die Flucht in die nahen Wälder und die Sabotage feindlichen Kriegsnachschubs. Mit zwei vertrauten Mitkämpferinnen, Vitka und Ruzka, erlebt Abba das Kriegsende und erfährt dann das wahre Ausmaß der Vernichtung seines Volkes«
Dieser Beitrag wurde unter Europa, Foto, GR, KMZ-Dateien, Kultur + Gesellschaft, Reisen, Rund Europa 2008 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar