»BUMMM!« – Ein Knall…

…und Du fällst um. So haben wir das doch gespielt, oder? Dass hierzulande die meisten Knaben via Pubertät diesen Spielen ade gesagt haben, besagt natürlich nicht, dass das in anderen Ländern, zumal dem Siedler-, Cowboy- und Indianervernichterland USA auch so sein muss.

Im Gegenteil: Das einzige was noch boomt sind Waffen, vom Colt bis zum ausgewachsenen MG. Samt zugehöriger Munition in angemessenem Umfang, versteht sich. Denn der Feind lauert überall. Und deshalb nieten einige Amerikaner auch jedes Jahr zehntausende ihrer Mitmenschen um. Nein, nicht im Irak oder so. Zuhause. In der Nachbarschaft und so. Sind ja schliesslich die Beschützer der ganzen Welt (da muss man früh anfangen mit Üben!) und wissen genau, was Gut und Böse und wer der liebe Gott ist. Denn während sich die Menschen im katholischen Spanien darüber streiten weiss sogar der scheidende amerikanische Präsident in der Frage hundert Pro Bescheid. Nicht umsonst liess er am Kabinettstisch vor jeder Sitzung zunächst beten. Denn wer im Hinterhalt sitzt braucht irgendwo Rückhalt.

Wem’s allerdings genützt hat, darüber steht nirgends was.

Apropos Rückhalt: Warum die amerikanische Waffenindustrie im Gegensatz zur »Erotikbrnache« kein Geld aus dem staatlichen Rettungstopf braucht, ist ja wohl klar, oder? Sie hat diese Unterstützung ja permanent, im Sinne eines Staatszieles gewissermassen. Womit wieder bewiesen wäre: guns are more sexy.

Daß die wichtigsten Dinge durch Röhren getan werden. Beweise erstlich die Zeugungsglieder, die Schreibfeder und unser Schießgewehr, ja was ist der Mensch anders als ein verworrenes Bündel Röhren?

G. Lichtenberg, s.a. hier

Aber zum Mann-Sein…

…muss man vielleicht, gerade anlässlich des Abgangs bei von Bush was sagen und da passt ein Beitrag aus der Weltwoche (Nr. 33 vom 14. August 2008). Woran man i.Ü. erkennen kann, dass in der Schweiz neben UBS & Co. auch denkende Menschen wohnen, die einerseits um wahre Männlichkeit durchaus besorgt sind und andererseits ohne Frage wissen, wie der Has…, ‚tschuldigung, der Mann zu laufen hat.

Also: Unter der Rubrik »Darf man das? – Leser fragen, die Weltwoche antwortet« fragte ein Till Schneider aus Basel, der nie Krawatte trägt, nie von schnellen Autos träumt und bisher nie mit Schusswaffen hantiert hat, ob er sich unter diesen Umständen als richtiger Mann fühlen dürfe. (*)

Die Antwort darauf ist differenziert aber auch niederschmetternd: Darf er nicht. Falls nicht mindestens die in seiner Frage angesprochenen Dinge erfüllt seien, müsse er sich darüber klar sein, dass er zu (u.a.!) den Heizdeckenliegern, Zweimalabschliessern, Helmradlern, Innentaschenbüglern etc. gehöre, kurz: ein Pussy sei. Und da das nun keiner sein will, müssen halt ab und zu ein paar dran glauben, zuhause und in der Welt. Anders geht’s wohl nicht.

Gewalt ist auch, was sich als Gegengewalt gerechtfertigt fühlt. Gewalt, als Delikt verboten, wird als Sanktion geboten, umbenannt und gerechtfertigt.

Friedrich Hacker in Aggression, Verlag Fritz Molden (1971)

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