Der dümmste Satz des Tages

Gesetzt den Fall, man wollte ihn finden und dokumentieren, jeden Tag, in Zeitungen und vor allem im Internet – man müsste die Rubrik gleich umtaufen, in »Die dümmsten Sätze, Band 2009-06-20« zum Beispiel. Dass derzeit Politiker da die Nase ganz weit vorne haben, wenn sie sich auf so unbekanntes Terrain wie die »virtuelle Welt« begeben, das ist ein fast arbarmungswürdiger Zustand, Zeugnis der Inkompetenz und Ignoranz.

Ok., aber der ist schön:

„Für mich hat die Freiheit des Internets ihre Grenzen, wo strafrechtliches Tun stattfindet.“

Angela(!) Kolb, Justizministerin(!!) in Sachsen-Anhalt

Für mich auch, Madame. Ganz ohne jedes Aber. Was strafrechtlich bewehrt ist muss bestraft werden. So haben sie’s gelernt, so hab‘ ich’s begriffen.

Welch atemraubende Weisheit ist denn da in ihrem schlauen Professorenköpfchen gekeimt? Welch Kant’scher Urknall ist da losgedonnert aus dem SPD-Mädel von der Saale?

Grenzen…

… – stellt man da nicht Schlagbäume auf? Wann kommen die im Internet? Und es wird ausserhalb des Internet, in der staubigen, lauten Welt da draussen »strafrechtliches Tun« doch hoffentlich weiterhin strafrechtlich verfolgt, ganz ohne Stoppschilder und Sperrlisten, gell?

Mädel, das geht auch im Internet! Man müsste nur wollen sollen. Dafür machen diese Internetjunkies, Urheberrechtsverletzer und Pädophilenfreunde diesen ganzen Aufruhr. Denn auf die Frage: »Kommen jetzt überall nur noch Schilder hin?« wollen sie ein passende Antwort hören; also eher ein »Nein«.

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