Internet – der nicht rechtsfreie Raum

Ich bin von dieser Welt und ich habe eine gewisse Lebenserfahrung; in der realen und in der virtuellen (wenn man so sagen will) des Internet. Wobei für mich zwischen anfassbaren und der elektronisch-virtuellen kein Unterschied besteht: Beide sind für mich real, sie sind da, sie lassen sich nutzen.

Und deshalb verstehe ich viele Diskussionen wie zum Beispiel diesenicht, geführt von Mitmenschen, deren Meinung ich an sich schätze. Aber an diesem Punkt nicht verstehe. Weshalb darf ein Musikstück auf CD Geld kosten und eins aus dem Internet nicht? Weshalb kann eine Zeitung Geld kosten, derselbe Inhalt im Internet aber nicht?

Zwickts mi

Ich erkenne schon, dass die Anbieter Fehler gemacht haben. Ihr wohl gescheiterter Versuch, Inhalte so mit Werbung zu garnieren, dass über sie das Kommerzielle wieder stimmt, zum Beispiel. Ich habe auch nie begriffen, warum man z.B. gegen Apples iTunes-Musikladen schimpfen oder gar prozessieren kann. Hat je jemand verlangt, dass die Kolben oder Bremsen von Opel in einen Fiat passen müssen?

Selbstverständlich müssen Ergebnisse von Forschern und Behörden, die durch öffentliche Mittel (sprich Steuern der Bürger) finanziert werden, diesen auch unentgeltlich zur Verfügung stehen; zwar nicht im Goldschnittfolianten, aber aber als PDF im Internet schon. Der Aufwand ist marginal. Und auch das Argument im Zusammenhang mit öffentlichen Bibliotheken zieht nicht so super: Ein Buch wird nach dem Lesen zurückgegeben und es wurde ausserdem zuvor mit öffentlichen Mitteln beschafft (mittlerweile wegen Geldmangel wohl eher nicht mehr…).

Aber »fremder Leute«…

…Musik oder Manuskripte, die Einspielung eines Orchesterwerks, der mühevoll recherchierte Artikel eines Journalisten, das Buch eines Schriftstellers? Ohne Frage können die und Ähnliches nicht kostenlos sein. Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen? An sich bin ich alt genug um es selbst zu raffen – wenn es etwas zu raffen gäbe! Dass das Internet es ermöglicht, Daten, die einem nicht gehören, zu kopieren, zu transportieren und »kostenlos« zu verteilen ist doch noch kein Grund und keine Argument dafür, es legal zu nennen. Gesetzt den Fall, ein Auto liesse sich per Fotokopierer duplizieren: Wäre das dann auch legal?

Wenn ich per Internet das bekomme, was ich dinglich auch haben kann oder heute habe, abzüglich der gesparten Kosten für die dingliche Realisierung und den Transport, Vertrieb etc. – weshalb dürfte das nichts kosten? Die Frage, »Wie wollen wir die Kreativen im Netz (zukünftig, RS) bezahlen?« stellt sich so, das ist war. Nur die Antwort im schon zuvor zitierten Blog-Beitrag, die erzeugt heftiges Kopfschütteln bei mir. Mit welchem Argument sollten wir dem Arbeitnehmer in der »Realwirtschaft« mehr (oder überhaupt einen!) als den einen Euro zugestehen. Oder anders gefragt: Wem überhaupt noch was?

Wie gesagt: Zwickts mi…

Warum ist das kostenlos?

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Ein Kommentar zu Internet – der nicht rechtsfreie Raum

  1. Reinard sagt:

    carta zum selben Thema: Ich vermisse die Alternativen zum »Alten«.

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