* Sommer, Sonne, Südsee?

Für Festlandeuropäer, die wohl langsam so aussehen, als ob sie schon stundenlang in der Badewanne gelegen oder zumindest die meiste Zeit in der Waschküche verbracht haben, wäre so ein Lichtblick schon was, oder?

Nun kann ich das Wetter nicht umstellen; die Menschheit greift da als Ganzes schon hinreichend unqualifiziert ins meteorologische Räderwerk. Deshalb belasse ich es bei ein paar miteinander verquickten Anmerkungen, denn bekanntlich hängt ja alles mit allem zusammen. Wer durchhält, bekommt dann auch Sonne und Südsee. Versprochen.

Die Folgen dieses menschlichen Missgriffs erleben wir beim Wetter deutlich – siehe Sommer in Mitteleuropa. Hier auf La Palma ist’s zwar normal sonnig, leicht windig die letzten Tage, an geschützten Plätzen im Haus bei Durchzug und 26°C gut auszuhalten – selbst für mich. Aber La Palma ist nicht der Nabel der Welt.

Staudämme,…

…sind zum Beispiel Eingriffe, ob nun in der Türkei, oder in China oder auf Borneo die neben einer Menge Natur auch Felder, Lebensraum, Heimat, Kultur in den Fluten verschwinden lassen. Lebensraum, der vielleicht noch gebraucht wird, wenn das Meer kommt.

Beim Staudamm auf Borneo wären wir dann via Regenwaldvernichtung auch wieder bei der hierdurch unmittelbar induzierten Klimaveränderung, also wieder siehe oben

Selbst das grosse Tauen…

© freydis.de

…in der Antarktis und in der Arktis empfinden manche »Optimisten« noch als Chance: Der Mensch will es einfach nicht kapieren. Da helfen auch die höchsten Gipfel nicht.

Fehlende Inseln…

wie hier geschildert werden wohl zunehmen auf unseren Seekarten.

Dazu folgende lustige Geschichte: Wir haben 1997 auf dem Wege von Sala y Gomez nach Valdivia die Insel PODESTA anlaufen wollen. Sie war auf sechs an Bord befindlichen Seekarten verzeichnet und das deutsche Seehandbuch wies die genaue Position aus. Für alle Fälle hatte eine Mitseglerin , die auf der Osterinsel zustieg, auf meine Bitte noch die neueste (berichtigte) BA-Karte mitgebracht. Bei totaler Flaute und Supersicht sind wir dann ein paar Stunden auf der Sollposition hin- und hergefahren – ein Ausguck auf der Saling. Ein sehr erfahrener Segler an Bord wollte sich mit der Nichtexistenz nicht abfinden, hat noch einmal mit dem Sextanten die genaue Position gemessen, weil er unserem GPS nicht traute.

Ein paar Jahre später habe ich Uwe Röttgering, als er sich aus Valdivia bei uns per Mail meldete, gefragt, ob er denn auch PODESTA besucht habe, wir seien dagewesen, die Insel sei „einzig“.

„Nein“ mailte er zurück und war ganz ärgerlich auf sich, nachdem er sich auf der Seekarte überzeugt hatte, daß er die Insel übersehen hatte.

Schlage vor, wir arbeiten die Liste ab, Du auf der nördlichen und wir auf der südlichen Hemisphäre, aber ich fürchte, es wird schwer werden, Mitsegler zu gewinnen….

Email von Erich Wilts

Ehe wir existierende aufgespürt und nicht existierende identifiziert haben, saufen andere also demnächst bereits ab. Das wird dann weniger lustig. Menschheitsbedingt wohlgemerkt. Das darf man mittlerweile also als gegeben annehmen. Die Frage stellt sich dann eigentlich schon, was wir bzw. unsere Enkel tun, wenn z.B. Hamburg i.W. und auf Dauer landunter bleibt und auf der Zugspitze Palmen gepflanzt werden, um es mal überspitzt aber dennoch nicht übertrieben zu formulieren. Denn das Meer steigt nicht nur »da unten« bzw. »da oben«.

Wer sich mit noch existierenden…

…Inseln, z.B. in Melanesien, im Pazifik beschäftigen möchte, dem sei zum einen gesagt, dass sich das lohnt und dazu zum anderen das neueste Buch von Heide Wilts empfohlen, für das ich gerne werbe, weil es in der Gilde der »Seglerliteratur« ein positive Stellung einnimmt. Unterhaltend, spannend und lehrreich. Kann ja nicht schaden bis zum Untergang…

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2 Antworten zu * Sommer, Sonne, Südsee?

  1. Podesta ist nach meinen Informationen aus den Seekarten gestrichen worden.
    Ich bin mir nicht mal sicher ob es sie je gab, die Insel.

  2. Pingback: Von Mir Nix & Dir Nix » Blog Archiv » * Seglerliteratur oder Zeitgeschichte?

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