* Mal wieder was über Inseln.

Nachdem es derzeit wieder etwas gemässigter ist und mein Hirn nicht schon am frühen Nachmittag jede kreative Tätigkeit verweigert, kann ich ja mal wieder was zu Inseln schreiben, nicht zuletzt aus zwei Gründen; einen dritten schiebe ich dann noch nach.

  1. Astrid Scharlau hat neue Geschichten aus Naxos veröffentlicht. Die lohnt es sich stets zu lesen, nicht zuletzt auch wegen der schönen Fotos dazu – Landschaft, Feste, Land & Leute, Blumen. Also: Reiseführer ins Feuer und ab zu Astrid in’s Blog.
  2. Mit dem Monat August kommt ein entscheidendes Datum. Vor 25 Jahren fuhren wir zum ersten Mal nach Naxos, ich mehr getrieben und geschoben als freiwillig. Dass dieser Druck seitens Lis kein allzu grosser Fehler war, erkennt man u.a. daran, dass wir fast ununterbrochen jedes Jahr mindestens einmal dort waren; im Oktober werden wir dort das Jubiläum gehörig begehen.

Über Naxos mit seiner in Europa einmaligen Pflanzen- und Blütenvielfalt zu berichten, das überlasse ich zunächst mal Astrid; sie ist da die Fachfrau. Aber wenn ich während des Einscannens der letzen 15 Diakästen (à in der Regel 160 Dias) so »mitgeschaut« habe, da ist selbst auf meinen Filmen eine Menge zusammen gekommen. Was allerdings schmerzt: Die Qualität, trotz 100-mm-Makro damals auf einer tollen Pentax, ist z.T. beschämend. Die digitale Fotografie hat einen schier unglaublichen Fortschritt gebracht, gerade bei Makroaufnahmen (sofortige Kontrolle, mehr Aufnahmen, ohne gleich zahlungsunfähig zu werden, bessere Schärfentiefe u.a.).

Ja, ok., der dritte Grund:

  1. Wir leben ja schliesslich auch auf einer. Und wenn ich über die was schreibe, dann habe ich immer 3 mal mehr Leser als bei den doch viel wichtigeren politischen Themen 😉

Ja, während hier auf La Palma die Natur also langsam vertrocknet und alles zum Erliegen kommt (ausser den Granatäpfel z.B., die werden immer dicker), neben meiner Hirntätigkeit beispielsweise auch der Tourismus, wenn ich das richtig sehe, da scheinen auf Naxos sowohl der Tourismus als auch die Blumen zu spriessen. Im Herbst wird’s dann vorbei sein und für χορτα, die leckeren Wildkräuter noch zu früh; dann wartet Naxos nämlich auch auf Regen – ja genau den, den Ihr in Deutschland jetzt so geniesst…

Auf La Palma will bei uns im Garten jetzt nichts mehr wachsen, Lis hat’s wohl aufgegeben. Waren wir im Winter ja noch richtig stolz auf unsere Rettiche, sieht es jetzt ein wenig anders aus: Als Beweis für die erbärmlichen Ernteerfolge mögen unsere Möhren, »geerntet« diese Woche, dienen.

Die Tage waren schon sehr heiss, bis 30°C haben wir im Zimmer am Nachmittag. Da streikt dann irgendwann auch mein Kopf, es hilft nur noch die kalte Dusche und ein Sitzplatz am Fenster im Untergeschoss, 26°C dort und kühlender Wind. Und ein Buch. Das geht dann.

Was gar nicht geht…

…ist unser Internetanschluss. Seit mehreren Wochen tut er nämlich alles, nur nicht das was er soll, z.B. unsere Daten mit der bezahlen Geschwindigkeit rauf- und runter laden. Abgesehen davon dass es nervt und man nie weiss, isses nu dort wo’s sein soll und auch vollständig? – es kostet Zeit! Und wer nun meint, davon hätten wir doch als Rentner genügend, dem kann ich nur antworten: »Holla! Habt Ihr ’ne Ahnung!«. Wir haben zwar vieles, fast alles, aber Zeit nicht! Die haut ab wie Nachbars Lumpi – das halbe Jahr ist schon wieder rum. Weihnachten steht vor der Tür. Fast jedenfalls. Darum.

Und da ich das alles ja nicht zum ersten Mal mache und die Software völlig verrückt spielt, bis vor ein ppar Wochen aber alles tat, bleibt eben nur eine Erklärung: Die von der Telefonica bzw. deren Subunternehmer machen irgendwas falsch in ihren Kisten…

Und niemand kann helfen: Jeder, der etwas Erfahrung hat, sagt mir, dass ich niemanden finden würde, weder privat noch beim Service der T., der mir helfen kann. Alle finden sie es spannend, wie ich zu Potte kommen werde. Westlich von Afrika eben. Da sind Telekom, Arcor, 1&1 und wie sie in Deutschland alle heissen, echte Wunderkerzen dagegen. Die funkeln wenigsten für kurze Zeit…

Aber zurück zur Natur.

Morgens bietet sich hier ja ein völlig unschuldiger und verträumter Blick auf Gebirge und Meer:

Der Blick täuscht aber nicht nur hinsichtlich der Temperaturen, die sich daraus tagsüber noch entwickeln. Da unten tragen sie auch noch einen kleinen Kraterrand ab, …

…was neben Krach, Dieselduft und Staub auch die noch viel schlimmere Frage erzeugt: Warum machen die das? Wenn sie den Schutt nur für die Hafenerweiterung unten in Puerto Tazacorte brauchen, dann geht’s ja noch. Wir hoffen jedenfalls, dass dort keine 20-stöckige Reihenhaussiedlung geplant ist…

Ein Sommerfest…

…hatten wir übrigens auch, seit ca. 20 Jahren zum ersten Mal auf La Palma und nicht in Deutschland. Immerhin, wir waren sechzehn Personen, die sich über all die mitgebrachten und von Lis zubereiteten Leckereien hergemacht haben.

Stechmücken…

…hat es natürlich auch, sie kommen pünktlich kurz nach Sonnenuntergang.

Da sitzen wir dann aber schon sicher in unserem »Moskitokäfig«; verkehrte Welt, gell? Im Zoo ist es ja eher anders herum. Aber was soll’s: Es hilft jedenfalls.

Und irgendwann kracht’s dann

Weil bei den Palmeros jeder Tag als Feiertag zu taugen scheint, schiessen dann irgendwann wieder ein paar Raketen in den Himmel und erfreuen uns mit Feuergarben.

Ja und irgendwann ist Mitternacht rum, Schokolade und Mandeln sind aufgegessen, der letzte Tee ist getrunken und die letzte Wahnsinnsmeldung gelesen. Dann geh‘ ich ins Bett und lese Joseph Roth. Falls das jemandem was sagt.

Schönes Wochenende.

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4 Antworten zu * Mal wieder was über Inseln.

  1. Günther Schäfer sagt:

    Irgend etwas mache ich falsch ! Seit einem halben Jahre „rente ich auch rum“ habe Zeit im Überfluss, um nicht zu sagen, ich langweile mich.
    Hätte ich Arbeit, würde ich morgen wieder beginnen.
    Das zum Thema Rentner und Zeit.

  2. Pingback: Von Mir Nix & Dir Nix » Blog Archiv » * Jetzt dreh’ ich dann durch…

  3. wir hatten im Winter auch die grösseren Radieschen ernten können 😉

    Das Ding mit dem Gemüse selber anpflanzen hab ich jetzt auch aufgegeben, das nimmt zuviel Zeit in Anspruch, gemessen an dem was dabei rauskommt. Ja auch noch-nicht-Rentner haben nie Zeit. Mir ist aber durchaus bewusst, dass Rentner noch weniger Zeit haben.

    Euer Sommerfest war übrigens sehr gelungen, bin echt froh, dass ihr das dieses Jahr auf La Palma gemacht habt. Nochmals herzlichen Dank dass wir dabei sein durften.

    Liebe Grüsse von der etwas kühleren Ostseite
    Brigitte

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