Japan: Die grösste Katastrophe ist der Mensch

Kein Zweifel: Wo ein »Restrisiko« besteht, wird es in für Menschen relevanten Zeiträumen zur Katastrophe kommen. Eine Wahrscheinlichkeit grösser als Null sagt nichts anderes. Fukushima ist noch nicht soweit, den bisher grössten Schaden, den die Atomlobby (und das in einem high tech-Land!) je angerichtet hat, ganz ermessen zu können. Fest steht aber schon heute, dass wir diesen Schaden nicht beiseite werden schieben können.

Ob es nun die Technik selbst ist oder der Rädchen-Mensch als Unglücksfaktor im Gesamtsystem ist dabei unerheblich. Alle Argumentationen, die ein partielles Fehlverhalten einzelner Menschen zur Ursache derartigen Katastrophen erklären wollen, sind letzlich Lüge: Der Mensch hat seine Grenzen längst überschritten. Was er der Natur und dieser Erde abverlangt ist zu viel.

Stete Quelle ist einzig kapitalistische Gier, die Erwartung von Profit in astromischer Höhe. Und dafür wird alles, was dies behindert, beiseite geschoben: Warnungen werden in den Wind geschlagen, Protokolle und Messwerte gefälscht und zensiert, als notwendig erkannte Prüfungen und Reparaturarbeiten werden nicht ausgeführt, bekannte Erdbebenrisiken und offensichtliche Tsunamigefahren werden ignoriert – egal was man untersucht, es ist immer der Mensch, der wider besseres Wissen, gegen jede Erfahrung Risiken eingeht. Risiken, die einfach irgendwann Realität werden. Es ist definitionsgemäss Inhalt und Bestimmung des Risikos, dass das Ereignis und jeder weiss das, wenn er sich auch nur kurz hinsetzt und nachdenkt.

Aber selbst bei kleinsten Risiken versagt der Mensch, wenn es um deren tatsächlich sogar einfache und praktische Vermeidung geht: Jede Computerfestplatte wird in relativ kurzer Zeit kaputt gehen. Sie ist ein mechanisches Teil, das verschleisst. Hinzu kommen Stösse, die den Zeitpunkt des crashs aus der Zukunft heranrücken. Die Wahrscheinlichkeit dieses crashs liegt bei 100%. Und dennoch machen die Leute keine Datensicherung.

Damit wird deutlich: Selbst im Falle kleiner, vermeidbarer Schäden minimiert der Mensch das Risiko nicht auf Null; was bei der Festplatte praktisch möglich ist. Nicht aber bei einem Atomkraftwerk. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Der Mensch als Entscheider und Betreiber spielt die grösste und entscheidende Rolle. Und weil das so ist, darf diese Technologie nicht weiter eingesetzt werden. Denn sie wird uns vernichten, wir selbst werden uns damit vernichten. Jeder andere Versuch einer Betrachtung ist Hybris.

Fazit

Wir wissen, dass und welche Risiken uns bedrohen, aber wir tun nichts Wesentliches zu ihrer Minimierung oder gar Vermeidung. Im Gegenteil: Wir tun konsequent alles, damit die Katastrophen uns vernichten.

Ausgerechnet im März 1933 sei in demselben Gebiet ein Erdbeben der Stärke 9,0 nach der Richter-Skala registriert worden, teilte Frolow am Freitag dem Fernsehsender „Rossija 24“ mit. Damals habe die Tsunami-Welle bis zu 30 Meter Höhe erreicht.

Erdbeben in Japan das stärkste seit 1933

Unsere derzeitigen Energiegewinnungsverfahren sind nicht gesellschaftlich oder gar altruistisch motiviert sondern kapitalistisch und von platter Gier getrieben. Wir verbrennen Kohle, Öl und Gas, wohl wissend, das diese Bodenschätze endlich sind und zukünftig und unweigerlich Kern grösstmöglicher kriegerischer Auseinandersetzungen sein werden oder teilweise ja schon sind; mit Uran ist es i.Ü. dasselbe – von der Endlagerung der Abfallstoffe ganz zu schweigen. Das einzige, was in die Ewigkeit reicht ist das Endlagerungsproblem, das wir nicht ansatzweise gelöst haben; im Gegenteil: Wir haben mit dem Versuch, es zu lösen nur neue Katastrophen erzeugt (Asse, Gorleben, zuletzt die Abklingbecken in Fukushima…).

Vielleicht gibt es ja doch ein Umdenken, vielleicht. Am Sonntag Abend, so geggen 18.30 Uhr wissen wir mehr.

Alternative Energiegewinnung:

Und endlich, villeicht lohnt ja doch mal ein Umschauen in diesen Gefielden…

Links:

Nachtrag:

2011.03.25, 16:18 :: Die gewaltigen Katastrophen und die Zukunft der Atomenergie und Chernobyl :: Bilder, Bilder, Bilder…

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1 Antwort zu Japan: Die grösste Katastrophe ist der Mensch

  1. niels sagt:

    Man muss sich mal vorstellen, warum Tschernobyl eigentlich passiert ist; eine Serie von Inkompetenz, Unwissen, Dummheit und Eitelkeit, Versagensangst, Besserwisserei; veraltete Technik ; und das Eigenleben der Reaktoren wird selbst in deutschen Reaktoren oft nur noch einfach ignoriert, weil nicht beherrschbar.

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