Naxos muss warten

Sonntag, 01.09.2013, 19:20:46 :: Kassel, Klinikum

Wer hier in letzter Zeit nichts mehr gelesen hat…

…hat sich vielleicht Gedanken gemacht, warum. Nun, zuweilen passieren Dinge, mit denen rechnet man nicht. Vielen Menschen gehen in einer solchen Situation über sich selbst hinweg, entweder weil sie mit sich selbst zu sehr beschäftigt sind oder weil sie sich schützen wollen. Das verstehe ich gut. Ich gehöre zu denen, die versuchen, eine solche Situation denkend, verfolgend, schreibend zu überstehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ohne eigene aktive Bewältigung – und sei die Hilfe durch andere auch noch so stark und unterstützend – ein Problem oder ein Tiefschlag nicht überwunden werden kann. So schreibe ich und wer mitlesen möchte ist eingeladen das zu tun.

Im Sommer 2003…

…erwischte mich der Krebs am Ausgang des Verdauungstraktes. Kolonkarzinom. Diesen Sommer, nach genau zehn Jahren am Eingang. Mundhöhlenkarzinom. Die Zunge zeigte nach gerade mal etwas mehr als drei Monaten nach dem letzten Zahnarztbesuch ein Geschwür am rechten Rand, das schnell wuchs und schmerzte. Da der Zungenrand schon seit Jahren schmerzte, mass ich dem Gefühl zunächst keine besondere Bedeutung bei. Das war ein Fehler. Nachsehen hätte sicher eher geholfen.

Die Diagnose war schlimm genug

Dass ich aber im Nachgang zur ambulanten Probenresektion (PE) um ein Haar an einem Angioödem erstickt wäre, war ein mehr als einschneidendes Erlebnis, das ich keinem Menschen wünsche. Das Gefühl, ersticken zu müssen und das über Tage, ist unbeschreiblich. Umbeschreibbar. Grauenvoll. Ich habe es überlebt. Dank einer Freundin, die mich mitten in der Nacht aus der Lethargie geklingelt und in der Notaufnahme abliefert hat.

Mittlerweile ist der Tumor komplett entfernt, samt der zugehörigen Lymphgefässe und ich befinde mich auf dem Weg der Besserung, dank hervorragender operativer und postoperativer Betreuung.

Der nachfolgende Link führt zum work in progress. Denn wenngleich die physische notwendige Arbeit getan sein mag: Der Kopf ist damit und mit den vergangenen zwei Wochen noch nicht fertig. Dabei erscheint mir jetzt, nach der Operation, diese als eher einfacher Eingriff, verglichen mit den nachgängigen Ereignissen der Probenresektion.

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