* Rund Europa 2019 (3), 3. Tag: Tuuru – Haapsalu – Hiiumaa

Mittwoch, 24.07.2019, 20:28:35 :: Kärdla/Hiiumaa, Hotell Sõnajala
Donnerstag, 08.08.2019, 19:33:58 :: Raudondvaris

Ein blitzblauer Reisetag …

… kündigt sich an. Und er beginnt …

… mit einem gemütlichen und sehr guten Frühstück.

Das hier, das »Altmõisa külalistemaja« (»külalistemaja« bedeutet »Gästehaus«), ist so ein Platz, den man nicht leichten Herzen verlässt. Da gäbe es noch so manchen Spaziergang, im geschützten Naturpark zum Beispiel. Aber wir wollen ja nach Haapsalu, Wiedersehen feiern.

Zunächst stolpern wir aber natürlich wieder über eine Kirche, diesmal Ruine einer orthodoxen. Kennt man ein Bauwerk, wenn man es vor 10 Jahren schon einmal gesehen, interessiert fotografiert, aber nie begangen hat? Ich denke, warum bist du damals nicht hinein gegangen?

Dann aber fahren wir den Rest des Weges durch Wald, Wald – halt!

Auch hier begegnen uns wieder diese ausgedünnten Flächen zwischen den Bäumen, Bäume, die absterben. Immer wieder. Das ist kein Ergebnis in einem bewirtschafteten Wald. Und wer Nachrichten aufmerksam verfolgt: Auch in Deutschland erleben wir ein Waldsterben 2.0, das hier nur als ein Beispiel.

Aber dann kommt doch die Stadt und nach etwas längerem Suchen nach der Tankstelle parken wir schön im Schatten an der Rüütli und ziehen los.

Haapsalu

Ein wenig sind wir enttäuscht. Aber es soll wohl so sein, der Tourismus zieht auch hier immer mehr ein. Was ein Wunder, Haapsalu ist auch sehenswert. Nach einem ersten Rundgang ist klar: Viiiiel, viel mehr Touristen, selbst einen Platz vor dem Café zu bekommen, kann Probleme bereiten.

Das Kurhaus hat noch zu, also in der nächsten Runde. Das ehemalige »Hotel Petersburg« ist immer noch nicht renoviert, selbst die Kulisse, die 2010 die ehemalige Pracht noch zeigte, ist verschwunden.


2010-07-26


2019-07-24

Der Eisbär ist noch da, …


2010-07-27


2019-07-24

Die Bischofsburg

Die Ruine der Bischofsburg beherbergt jetzt ein Museum und ist touristisch belagert, als gelte es, sie einzunehmen; wir ziehen uns schnell zurück.

Die Erinnerungen werden offenbar immer wichtiger. Lis‘ Strickladen gibt es noch, ist aber zu teuer.

Exkurs: Haapsalu ist berühmt für seine wunderschönen und zarten StrickSchals. Sie füllen Ausstellungen, Sammlungen und Bildbände; einer liegt bei uns zuhause …

Das Kurhaus …

… an der Promenade ist ohne Zweifel ein Juwel, das auch schon recht früh entsprechend restauriert wurde. Hier ging der Adel aus Russland und Estland ein und aus. So auch wir.

Im Kurhaus gibt es später in der zweiten Runde einen Salat und Cappuccino.

Und Lis gibt draussen wieder ihre berühmte ABBA-Nummer.

2010-07-27

2019-07-24

Ach ja …

… auf wen wir auch treffen:

Auf Ilon Wikland, die Illustratorin fast aller Kinderbücher von Astrid Lindgren. Für Ilons Wonderland hat es aber nicht gereicht.

Der Bahnhof des Zaren

Der Bahnhof, am Ortsende auf dem Weg zur Fähre gelegen, ist ein Schmuckstück und heute nur noch Museum. Aber mit seinem damals längsten Bahnsteig Europas kann er sich auch heute noch sehen lassen. Die abgestellten Lokomotiven und Wagen stehen hingegeben sehr verloren herum.

Schlossruine Lindenhof

Eine obskure Kulisse bietet wenig weiter die Ruine von Schloss Lindenhof. Und nicht nur die Kulisse, auch die Geschichte ist seltsam, wie man nachlesen kann. Entstanden wegen einer »Liebeserpressung« wurde es nie fertig, weil der Bräutigam vorher starb.

Sucht man bei Google nach Bildern von diesem Teil, so wird man erschlagen, ich halte mich daher kurz.

Links:

Ãœberfahrt nach Hiiumaa

DAnn also Rohuküla Sadam, der Hafen, von wo aus wir nach Hiiumaa übersetzen. Eigentlich ist uns das alles bekannt, aber die neue moderne Fähre, die fällt dann doch auf mit ihrem riesigen Maul.

Sowohl im Hafenbereich als auch auf der Fähre kann man sich ohne Komplikationen und ohne Passwort ins WLAN einwählen und ist drin; wollte das nur mal wieder erwähnen für alle, die sich in Deutschland mit einer derartigen Verbindung nach wie vor ja eher schwer tun.

Die Fähre hat einen fairen Preis: 13,40€ für Auto und zwei Menschen. Und zu Essen gibt’s auch.

Hiiumaa und das verlorene Hotel

Auf Hiiumaa sieht alles vertraut aus.

Deshalb sind wir guten Mutes, als wir direkt nach Süden fahren, um zu dem günstigen Spa-Hotel zu gelangen, das Lis via Booking.Dingens herausgesucht hat.

Das Gebäude finden wir, ebenso die beiden anderen Touristenfamilien, die mit ihrem Auto etwa zur gleichen Zeit hier eintreffen. Aber es ist zu, verlassen, aufgegeben.

Und nun? Eigentlich wollten wir ja hier unten sein, damit wir am nächsten Morgen gleich die Fähre nach Saaremaa nehmen könnten. Wäre praktisch.

Da wir aber im Hauptort an der Nordküste »unser« Hotel nach zwei Besuchen kennen, wenden wir uns nach Norden. Indes: Wir finden es nicht. Wissen nicht wie es heißt aber dachten wir wüssten wo.

Als wir dann ein anderes im Wald und in der Nähe von Kärdla für 62€ m. F. gefunden und uns eingerichtet haben, finde ich im Internet auch das, was wir zuvor verzweifelt gesucht haben. Aber es geht auch so, ohne Restaurant.

Dass alle Fähren nach Saaremaa für Autos ausgebucht sind, erfahren wir auch aus dem Internet. Nur auf der allerersten, morgens um 8 Uhr, da könnte was frei sein. Also heisst es früh aufstehen, ohne Frühstück wieder nach Süden.

Google Fotos


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