Nun ist es soweit.

Die IG Metall stellt öffentlich fest, dass sie nicht mehr rundum streikfähig (*) ist. Wem das anzulasten ist, sei mal dahin gestellt. Aber dass den Gewerkschaften die Mitglieder weglaufen liegt ja in erster Linie an der Orientierungslosigkeit und sozial-mentalen Verelendung der Arbeitnehmer und weniger an zündenden neuen Ideen und Einsichten in die nicht mehr vorhandene Notwendigkeit von Arbeitnehmervertretung. Und noch vielmehr z.B. an der Servicementalität, die in den Gewerkschaften jahrelang oberste Maxime war: Beitrag zahlen und schon geht alles wie von selbst, brauchst dich um nix zu kümmern, die von der Verwaltungsstelle machen das. Oder der Betrierbsrat. . Dass Arbeitnehmerinteressen vertreten immer Kampf bedeutet, das ist wohl in Vergessenheit geraten.

Wenn Bereitschaft zur Auseinandersetzung…

…nicht mehr an erster Stelle steht, wenn schon der öffentlich geäusserte Gedanke, Kapitalismus könnte möglicherweise nicht der Weisheit letzter Schluss sein und könne oder müsse möglicherweise durch eine andere Wirschaftsphilosophie ergänzt oder gar ersetzt werden – ja, dann kommt das raus: Verwüstung und Abschaffung der Flächentarifverträge, Arbeitslosigkeit, Hungerlöhne, kein Mindestlohn, Hartz IV – Prekariat. Wobei man ja häufig im Hinterkopf hatte, Gewerkschaften seien nur für die Benachteiligten und gehöre man ja nicht dazu. Wer mit heue mit 50 in die Dauerarbeitslosigkeit entlassen wird, sieht das inzwischen anders. Aber nicht mehr im Arbeitsleben bedeutet natürlich auch: Nicht mehr in Vertrauensmann, nicht mehr Betriebsrat, nicht mehr Mitglied. Einflussnahmer verspielt. Denn das ist auch Gewerkschafts-«Arbeit»: Rentner zahlen Solidaritätsbeitrag, aber sonst will der aktive Kader nichts mehr von einem wissen…

So gut, so schlecht.

Das einzig gute an der Huberschen Einschätzung: Sie ist ehrlich und wahr. Nur: Eine Lösung bahnt sich nicht an. Was die Gewerkschaftführer versäumt haben ist, die Wahrheit denen zu sagen und damit zu werben, dass das Arbeitsleben als abhäng beschäftigter ein Kampf ist und keine Sofa-Jause mit dem Arbeitgeber.

Über reinard

Allen Neugierigen sei meine Webseite http://www.hr-schmitz.de ans Herz gelegt. Dort gibt's alles Un-/Wesentlich zu mir und über mich.
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