Überwachung…

…einst

Überwachungskamera

und heute – zumindest was die konfuse Planung angeht. Erstaunt stellt man andererseits fest, dass das schon praktiziert wird – ganz ohne Gesetz. Wenn man nicht zimperlich ist zumindest.

Verwirrend?

Klar. Auch für den Bundesinnenminister. Unbedingt anhören!

Nachtrag: Das Foto stammt aus der Zeit, als meine Generation noch auf die Strasse ging (hier: Bonn) und sich darüber entsetzte, per Videokamera von der Polizei überwacht zu werden. Mittlerweile lässt die Bundesregierung hierzu ja Tornados übers Gelände donnern. Nicht nur in Afghanistan wie heute beschlossen sondern seinerzeit auch bei Heiligendamm. Diesen Sommer. Vergessen?

Ja, das Foto: So was kommt aus »alten Büchern« zum Vorschein, wenn man aufräumt und wie ich seine Bücher durchsieht und erfasst; das Bild war Lesezeichen in »Salvatore Allende – der chilenische Weg« von R. Debray. 1972. Tja, es ändert sich viel, nur nicht unbedingt zum Guten. Und weil doch alles mit allem zusammenhängt und ich so gerne zitiere und es aus unterschiedlichen Gründen so gut passt, das hier:

Zu den Dingen, von denen wir heute wissen, daß sie für alle galten, die aber jeder von uns insgeheim als Beweis für seine standhaft bewahrte geistige Eigenart ansah, gehörte es, daß die Mittel und Wege, mit denen wir uns über die Vorgänge auf dem laufenden hielten, nicht die offiziellen, anerkannten waren. Nachrichtensendungen, Zeitungen und amtliche Verlautbarungen waren wir gewohnt, und wir schätzten sie auch durchaus nicht gering: Ohne sie wären wir mutlos geworden, ängstlich, denn ohne den amtlichen Stempel geht es nun einmal nicht, schon gar nicht in einer Zeit, in der nichts so läuft, wie man es erwartet. Aber irgendwann merkte doch jeder von uns, daß wir nicht aus amtlichen Quellen die Tatsachen erfuhren, die nach und nach ein Bild ergaben, das vom offiziell verbreiteten grundverschieden war. In Wortfolgen kristallisierten Ereignisse sich zu einem Bild, beinahe einer Geschichte: Und dann passierte das, und dieser oder jener sagte …, aber immer öfter handelte es sich dabei um Worte, die in einer beiläufigen Unterhaltung gesagt wurden, vielleicht sogar von einem selbst. Aber natürlich! dachte man dann wohl. Das ist es. Ich wußte es schon seit einiger Zeit. Nur hatte es bisher keiner so ausgedrückt, ich hatte nicht begriffen . . .

Doris Lessing, »Memoiren einer Überlebenden« (1974/79)

Eben. Es ändert sich garnichts.

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2 Antworten zu Überwachung…

  1. Pingback: Von Mir Nix & Dir Nix » Blog Archiv » Doris Lessing: Nobelvorlesung

  2. brigitte sagt:

    was wird noch so alles ausgegraben beim „Aufräumen“?????
    Du findest was und ….. ach ja…….so war das……….hmmmmm……..

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