Bananenrepublik gegen Bananenrepublik.

Da ruft mich neulich ein alter Kumpel an. Ich wusste nicht, dass der beim BND arbeitet. Aber wie wir so quatschen mault er rum: Sie haben nichts zu tun. Den ganzen Keller voll Technik, Computer, Mikros und so. Könnten sie nirgends einsetzen, alles sei verboten. Mal Bundestag, mal irgend so ein Gericht. Er hätte es satt. Gerade mit den Trojanern zum Beispiel, da hätten sie noch enormen Übungsbedarf. Und die sollten ja nun losgelassen werden. Sagte er nun »losgaloppieren« oder »losgelasssen werden«? Ist ja egal, ich weiss nicht mehr. Jedenfalls: Er sei jetzt dazu über gegangen, sich seine »Spielwiese« selber auszusuchen. Er wolle nicht mehr warten. Wenn’s dann richtig losginge in Deutschland, dann würden sie wieder maulen, die Chefs. Warum sie noch nicht so weit seien und so.

Er hätte sich jetzt so ein paar Kanacken da drüben bei den Islamis auf den Rechner geholt. Hätte ganz gut geklappt. Für seinen Kollegen drüben sei das ein Spaziergang gewesen, dem Salma da – wie heisst er noch? Ja, dem Karsai das Pferdchen unterzuschieben. Ja, und der Minister da, der hätte auf dem Weg gelegen, den hätte er daher auch gleich on the wire genommen – sei ein Aufwasch gewesen. Und jetzt, nach mittlerweile drei Wochen, hätte er schon mehr als ein dutzend Pferdchen laufen. Mache mächtig Spass. Vor allem: Was man alles mitkriege, zum Wiehern!

Er hätte gar nicht gewusst, dass die Allahs dort auch Deutsch können. Der Minister zum Beispiel, der schreibe sich mit ’ner Journalistentussi beim Spiegel – auf Deutsch, könne man direkt mitlesen. Er meinte, der würde ja nicht gerade Erbauliches über unsere Jungs vor Ort berichten. Dem müssen man bei Gelegenheit mal eine ‚reinhauen. Wir hielten dort ja schliesslich auch die Knochen hin, nicht nur ihre Kiffbauern dort, die einem immer im Weg stehen würden. Hat sich einer seiner Kumpel dort beschwert. Mitten in die Schusslinie seien sie gedackelt, die Schluris. Die wollten wohl, dass wir auch noch Ampeln aufstellen, bevor wir helfen. Das fehlte noch. Hier bauen sie round-abouts und die Mullahs wollten Ampeln.

Als das Kratzen in der Leitung stärker wurde hat er ohne Gruss aufgelegt. Ob die uns abgehört haben? Hoffentlich nicht die Afganis….

Nein, Scheisse! Mittlerweile ha’m sie ihn am Kanthaken. Rausgeschmissen das Plappermaul. Und das ganze know how? Jetzt setzt sich doch der nächste dran und übt!

O.k.

Das muss man sich vorstellen und zwar möglichst detailliert:

Da bespitzelt der BND einen afghanischen Minister per Trojaner, überwacht die gesamte Kommunikation eines Mitglieds eines »befreundeten Landes«, in dem »wir« Mühe haben, nicht an allen Ecken als Besatzer bekämpft zu werden. Und nebenbei werden – mal wieder – deutsche Journalisten abgeschöpft. Freie Presse. Nicht genug, dass bereits eine grosse Zahl – ob »eingebettet« oder als Heimschläfer ihre kritische Meinung abgegeben hat: Der undisziplinierte Rest wird überwacht. Wir könnern uns auf was gefasst machen.

Und es soll keine echten Konsequenzen haben? Ein Uhrlau schlappt weiter durch die Gänge seines Amtes?

Einen Trost…

…hätte ich noch: Unsere Bananenhüter werden auch abgehört, ätsch! Gruss von der »Isla Bonita«, der Bananeninsel.

Montag, 28. April 2008, 14:14 (Reinard) :: Nachtrag: Kein „generelles Misstrauen gegen den Staat und seine Organe“? Doch, Herr Huber, doch! Äba drom!

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2 Kommentare zu Bananenrepublik gegen Bananenrepublik.

  1. Eckhard sagt:

    Es lohnt sich einmal nachzulesen, wie die einstige „Organisation Gehlen“ zu neuen Ehren gekommen ist. Der Kalte Krieg schützte auch Nazi-Verbrecher.

    Kein Wunder, dass sich die Haltung zur Demokratie und zum Rechtsstaat der 30er und 40er Jahre ein Stück weit erhalten hat. Und was interessieren schon Richtlinien oder gar Kontrollgremien.

    Solange es dem Bürger nicht auffällt, dass die „Verteidigung am Hindukusch“ gegen den Geist des Grundgesetzes verstößt (Artikel 1 GG postuliert die Friedenspflicht), fühlt sich der BND-Agent von der Mehrheit getragen; es ist eben Krieg.

    Anzunehmen, dass die Aktionen gegen den Minister und die Journalisten nicht angeordnet wurden, ist m.E. wenig glaubhaft. INTERN gibt und gab es immer klare Linien, kaum Freiräume. Insofern ist die offizielle Darstellung eine Art Volksverdummung.

  2. Gunter sagt:

    Was hat sich Schäuble schon alles geleistet und schlappt (Verzeihung:rollt) noch durch die Räume seines Amtes? Für Schäuble kannst Du auch noch beliebig viele andere Namen einsetzen…. Es stinkt halt überall nach faulen Bananen.

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