Die Wehrhaftigkeit der Spanischen Armee…

…hat die neue Verteidigungsministerin Carmé Chacón nachhaltig geschwächt. Die 37-Jährige, die – derzeit hochschwanger – ihr Bäuchlein stolz und demonstrativ bei Paraden an den angetretenen Soldaten vorbeiträgt, hat in ihrem Ministerium den Internetzugriff auf Sportzeitungen, Männermagazine sowie eBay & Co. verboten.

Wie die Jungs nun den Tag rum- und ggf. die Waffe hochkriegen sollen, das fragt sich sicher nicht nur Berlusconi, der sich schon kurz nach seiner neuerlichen Wahl über das »Rosa Kabinett« des ebenfalls relativ frischen Zapatero mockiert hatte; neun Damen ziehren bei ihm den Kabinettisch. Berlusconis Kommentar, das sei in Italien nicht möglich, es gäbe dort dafür nicht genügend intelligente Frauen, muss dann wohl im Umkehrschluss für Spanien auch gelten, wohl Grund für die dortige weibliche »Überrepräsentanz« in Zapateros »Hühnerstall-Kabinett«.

Kein Wunder, wenn die Jungs den ganzen Tag vor Tittenseiten, Sportberichten und eBay-Schnäppchen sitzen. Da geht dann gar nichts mehr, da ist dann nicht nur die Luft raus. Und dass der Militärverband AUME gegen diese Art Zensur auch noch protestiert ist nicht nur peinlich – es ist typisch – »männlich« eben. Aber auch wieder verständlich: Bei der Chefin zieht sich Mann lieber hinter den Bildschirm zurück, zu den Blondinen von der Stange – das ist sicheres Gelände.

Zitat

Irland – The Irish Times | Donnerstag, 17. April 2008
Zapateros feministisches Kabinett

Die neue spanische Regierung, in der die Frauen in der Überzahl sind, sei für Spanien und ganz Europa ein wichtiger Fortschritt, findet die irische Zeitung. „Zapatero hat seinen Ruf als mutigster Politiker Europas bestätigt. Er hat sich nicht nur als Anti-Macho, sondern sogar als Feminist gezeigt… Diese Veränderung zwingt die Gesellschaft dazu, sich mit alten Vorurteilen über Geschlecht und Politik auseinanderzusetzen. Spanien steht nun in einer Reihe mit den nordischen Ländern, die durch positive Gesetzgebung erfolgreich für eine größere öffentliche Teilhabe von Frauen gestritten haben. Es war vorherzusehen, dass die Ernennung der Ministerinnen zu gemeinen Bemerkungen von traditionell rechtsgerichteten Militärs, Politikern und Medienvertretern führen würde. Spanien hat einen weiten Weg zur Geschlechtergleichheit hinter sich. Das zeigt, wie lebendig die spanische Moderne und der soziale Wandel sind.“

euro|topics – Zapateros feministisches Kabinett

Berlusconi toppen

Wozu das alles führt, wenn Frauen Politik zu machen versuchen, zeigt der Artikel in telepolis vom Januar: Spanien wird zur Wüste. und in der können die Jungs von der Armee es sich dann gemütlich machen und sich bei scharfen Fotos die letzten Rasenreste in eBay ersteigern – niemand wird sie dabei stören. Zumindest keine echte Frau. Vermute ich mal.

Was das…

…mit Politikerinnen zu tun hat? – Nichts. Wieso?

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