Der Wettlauf um die Kröten…

…geht weiter und nimmt wohl erst dann ein Ende, wenn jemand die Zielfahne senkt, sprich »alles« in den trockenen Tüchern der Managergilde sich eingefunden hat – naja, bis halt alles eingesackt ist, mein Gott! Jedenfalls laufen bis dahin unsere Abgeordneten feste mit und tragen die Fackel der scheinleibigen Fettheiligkeit vor sich her: Vorneweg die Grosse Koalition, die sich endlich mal auf was einigen konnte, ohne gross und öffentlich zu streiten. Einstreichen und streichen, das geht flott, das haben sie Wirtschaftsbossen mittlerweile erfolgreich abgeguckt. Die anderen Fraktionen werden wohl hinterlaufen müssen, denen wird das Geld aufgedrängt, was die Mitte-Christen und -Sozis für sie und sich aus dem Staatssäckel holen. Hehlerei als Staatsräson gewissermassen.

Ok., was sind 6 oder 9 Prozent gegen die Renditen der Hypothekenskandalgewinnler, was gegen die Gehaltshöhen und -erhöhungen der Wirtschaftsbosse und ihrer Handlanger. Armselig! In der Summe kommen unsere Stellvertreter im Demokratietheater mit ihrem Grundgehalt auf dann mal knapp über 8.000 €; das ist doch nichts. Könnt‘ ich nich‘ von leben. Da lob‘ ich mir meine 1,1%, dieses raffinirte Wahlgeschenk der GK. Hätten die das doch nach ihrer eigenen Gehaltererhöhung verkündet, hätte mich das vielleicht sogar versöhnt, vor allem das hinterm Komma.

Aber wie gesagt:

Offensichtlich ist unsere Elite zur Überzeugung gekommen, dass der Laden jetzt genug sturmreif geschossen ist: Renten in der Hand der Versicherer, Mindestlöhne dort, wo sie hingehören (neueste Meldung: Die albanischen Erdbeerpflücker in Griechenland haben gestreikt. Ergebnis: Jetzt 28 statt bisher 22 €. Pro Tag, 14 Stunden; nur damit klar ist, dass noch ’ne Menge zu tun ist in Deutschland), Korruption und Schmiergelder in Million-, am Ende gar Milliardenhöhe (neu: »Wir« sind nicht alleine! Die Franzosen können auch.), die Ausspioniereien des Terrorbeauftragten Schäuble sind verifiziert (»Was Lidl darf können wir schon lange«) und trotz BGH auf den parlamentarichen Weg gebracht. Ausserdem bereitet die CDU mit der Planung des Nationalen Sicherheitsrates ihren letzten Handstreich für nach der gewonnenen Bundestagswahl jetzt schon unverfroren vor; sie kann sicher sein: Kein Schwein schaut zu, kein Hahn kräht danach, die Mehrheit wird sie wählen, die Partei der charmantesten Bundeskanzlerin, die wir je hatten.

Bundeswehr im Innern: Endlich müssen unsere Jungs das, was vom Grundgesetz und seinem geografischen Drumrum noch übrig ist nicht mehr nur in Afghanistan verteidigen sondern in den Strassen unserer Städte. Der 1. Mai in Hamburg zeigt ja, das die Polizei völlig überfordert ist. Wer Nazis den Weg mit Wasserwerfern bahnt, der hat versagt. Einen Blick nach Russland oder besser nach China geworfen und wir können wissen, wie sie sich’s wünschen…

Da hilft auch kein Beten und kein Betteln. Und ehe wir den armen Aktionären und so ein Tränchen abzweigen, schauen wir erst mal genauer, wer die Zeche bezahlt. Die 5.500 Arbeitsplätze bei der Schweizer UBS werden wohl eher der Anfang sein.

Links:

  • Jürgen Bruhn: Raubzug der Manager oder Die Zerstörung des Sozialstaates
  • tagesschau: Sicherheits- und Außenpolitik im Alleingang :: Die Parteien in Berlin streiten sich über die Idee eines Nationalen Sicherheitsrates. In Washington ist er seit Jahrzehnten Realität – und sein Einfluss ist ständig gewachsen. Genau das, was die Gegner eines deutschen Sicherheitsrats im Kanzleramt fürchten. (Vorspanntext) – Genau, samt Folter etc. …

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